Börsenverein will "faire Entlohnung" bei Online-Ausleihe

03.12.2019 | Geänderte Eingabe für das DRM im Tolino
Die CARE- Authentifizierung am Tolino wurde angepasst. Einen ausführlichen Beitrag dazu finden Sie auch auf unsere Hilfeseite oder öffnen Sie es direkt HIER.

Das bisherige Verfahren wurde geändert, um den offenen Standard LCP zukünftig auch in "externen Apps" wie z.B. Aldiko, Bluefire, etc. ermöglichen zu können.
Das gewohnte Anmeldeverfahren zu Eurer Onleihe-Bibliothek ist davon völlig unberührt.

05.12.2019 | Die Onleihe zieht um
Weitere und aktuelle Informationen gibt es HIER.

  • Unerhört, dass junge Menschen ebooks ausleihen, anstatt sich in ihrer Freizeit mit online Spielen zuzudröhnen. Und die vielen Kinder erst, die mit ebooks angefixt werden, damit sie nicht mehr vom Buch wegkommen!

    Vielleicht sollte der Börsenverein mal über die Buchpreise nachdenken und wer sich diese noch leisten kann, angesichts horrender Mieten und Niedriglohnsektor. Diese Forderung nach „fairer“ Bezahlung ist snobistisch und weltfremd. Die Bibliotheken und Onleihen sind für viele der einzige Weg, sich Literatur überhaupt noch leisten zu können.

  • Ich habe bereits ein kleines Vermögen für Bücher ausgegeben. Aus Kosten- und auch Platzgründen bin ich später dann auf die Stadtbücherei gekommen. Es gibt hier eine große Stadtbücherei. Auf dem Land sind sie rar gesät. Doch die Schlepperei und zeitweise auch der Zustand der Bücher ist nicht schön. Von daher habe ich mir sofort einen Ebookreader gekauft, als meine Stadtbücherei die Onleihe eingeführt hat. Desweiteren ist die integrierte Beleuchtung ein Segen. Nach wie vor lese ich aber gerne auch gedruckte Bücher und kaufe Sachbücher nur in gedruckter Form. Diese behalte ich auch und stelle sie als Nachschlagewerke ins Regal. Romane werden nach dem Lesen sofort weiter gegeben. Durch das Weitergeben fallen mir immer wieder welche in die Hand von anderen. Ist dann auch nachhaltiger. Romane verstauben ja meist nach dem ersten Lesen im Regal.

  • Und dann schreit der Börsenverein bzw. die Verlage nach staatlichen Subventionen, um den digitalen Buchhandel zu subventionieren...

    Wer hindert die Verlage denn, die Autoren angemessen zu entlohnen?

    Am meisten stößt mir diese absichtliche Fehlinformation auf, dass Bibliotheken nur einmal für ein eBook zahlen und es dann so oft und so lange verleihen können, wie sie wollen. Auch die Tatsache, dass wir eBooks staffeln müssen wie physische Bücher auch, wird natürlich nicht erklärt. Nur Stimmungsmache. Und so finden sich jetzt auf diversen Autorenblogs schon aufgeregte Beiträge... X/ zum Beispiel hier:
    https://www.autorenwelt.de/blo…rinnen-und-autoren-sorgen

  • Zitat

    Für die E-Book-Ausleihen bekommt man außerdem als AutorIn über die Verwertungsgesellschaft WORT keine Bibliothekstantieme, wie das bei gedruckten Büchern der Fall ist.


    (Quelle: https://www.autorenwelt.de/blo…rinnen-und-autoren-sorgen)

    Da haben wir doch schon den Lösungsvorschlag: stellt die eBooks rechtlich dem gedruckten Buch gleich. Dann können die Bibliotheken alle eBooks für den Verleih einkaufen (und zwar zum Ladenpreis bzw. mit 10% Bibliotheksrabatt), die Verlage dürfen kein Windowing mehr betreiben und die Autorinnen und Autoren werden gerecht per Bibliothekstantieme entlohnt. Wenn ich das recht sehe, sind doch der Börsenverein und die Verlage diejenigen, die das mit aller Macht verhindern wollen.

  • Da haben wir doch schon den Lösungsvorschlag: stellt die eBooks rechtlich dem gedruckten Buch gleich. Dann können die Bibliotheken alle eBooks für den Verleih einkaufen (und zwar zum Ladenpreis bzw. mit 10% Bibliotheksrabatt), die Verlage dürfen kein Windowing mehr betreiben und die Autorinnen und Autoren werden gerecht per Bibliothekstantieme entlohnt. Wenn ich das recht sehe, sind doch der Börsenverein und die Verlage diejenigen, die das mit aller Macht verhindern wollen.

    Genau das sage ich jedem Autor, jeder Autorin und jedem Verlag, der sich beschwert.

  • Da haben wir doch schon den Lösungsvorschlag: stellt die eBooks rechtlich dem gedruckten Buch gleich. Dann können die Bibliotheken alle eBooks für den Verleih einkaufen (und zwar zum Ladenpreis bzw. mit 10% Bibliotheksrabatt), die Verlage dürfen kein Windowing mehr betreiben und die Autorinnen und Autoren werden gerecht per Bibliothekstantieme entlohnt. Wenn ich das recht sehe, sind doch der Börsenverein und die Verlage diejenigen, die das mit aller Macht verhindern wollen.

    Dafür! :thumbup:

  • Darin:
    "Selfpublisher sollten überlegen, ob sie ihre Werke der Onleihe zur Verfügung stellen"


    Ich lach mich tot. Gerade Selfpublisher haben wir zu Hunderten in der Onleihe und das ist *ganz bestimmt* genau das, was wir unseren Lesern anbieten wollen.


    Was für eine unrecherchierte, dumme Polemik.

    Und:
    Vertritt der Börsenverein und der "Buchreport" überhaupt noch die Mehrheitsmeinung der Buchhändler? Unser Buchhändler vor Ort jedenfalls arbeitet gut und gerne mit uns zusammen und macht Veranstaltungen mit uns. Und verdient auch ordentlich an der Bücherei - das nur nebenbei.

  • Ich erwarte ehrlich gesagt von DBV und Divibib zeitnah eine Stellungnahme zu diesem Medienaufruhr, die sachliche Argumente in die Diskussion einbringt.

    Es kann nicht sein, dass die Bibliotheken hier wieder der Buhmann sind.

  • Zitat

    Lena Falkenhagen, Bundesvorsitzende des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in ver.di ergänzt: „Eine der wichtigsten Aufgaben von öffentlichen Bibliotheken sehe ich in der Leseförderung für Kinder und Jugendliche. Insbesondere Stadtbibliotheken spielen für die Leseförderung eine zentrale Rolle. Um dieser Aufgabe auch mithilfe digitaler Bücher nachkommen zu können, braucht es vor allem eine auf digitale Leseförderung abgestimmte Strategie. Solange es um eine bloße Erweiterung des digitalen Bibliotheksangebots geht, ist nicht einzusehen, dass die Rechte von Autorinnen und Autoren beschnitten werden, insbesondere, wenn davon mehrheitlich finanzstarke, gebildete Mid-Ager profitieren.“

    Nach ver.di sollte also die digitale Ausleihe nur noch für Kinder und Jugendliche zur Leseförderung angeboten werden... alle anderen wollen damit ja nur Geld sparen.

    Dass die "finanzstarken, gebildeten Mid-Ager" dann halt bei Amazon für kleines Geld ihre eBooks holen und die bestimmt die Autoren auch nicht so dolle vergüten ist ja auch nebensächlich. Und wie viele ältere Menschen das Angebot nutzen, weil sie normale Bücher nicht mehr lesen können, weil die Schrift zu klein ist, das ist ja auch unwichtig. Und gerade in Zeiten, wo Altersarmut eine immer größere Rolle spielt (und es zudem quasi keinen Markt für Großdruckbücher mehr gibt) ist diese Zielgruppe einfach darauf angewiesen. Ich bin mir recht sicher, dass viele überhaupt nichts kaufen würden, wenn es die Onleihe nicht gäbe.

  • Auch hier wieder die selektive Wahrnehmung, dass die Rechte der Autorinnen und Autoren von den Bibliotheken beschnitten würden! Das k.... mich echt an. Wer ist denn dafür verantwortlich, dass für eBooks keine Bibliothekstantieme gezahlt wird? Die Bibliotheken drängen doch schon ewig darauf, eBooks den gedruckten Büchern rechtlich gleichzustellen!

  • Nach ver.di sollte also die digitale Ausleihe nur noch für Kinder und Jugendliche zur Leseförderung angeboten werden... alle anderen wollen damit ja nur Geld sparen.

    Dass die "finanzstarken, gebildeten Mid-Ager" dann halt bei Amazon für kleines Geld ihre eBooks holen und die bestimmt die Autoren auch nicht so dolle vergüten ist ja auch nebensächlich. Und wie viele ältere Menschen das Angebot nutzen, weil sie normale Bücher nicht mehr lesen können, weil die Schrift zu klein ist, das ist ja auch unwichtig. Und gerade in Zeiten, wo Altersarmut eine immer größere Rolle spielt (und es zudem quasi keinen Markt für Großdruckbücher mehr gibt) ist diese Zielgruppe einfach darauf angewiesen. Ich bin mir recht sicher, dass viele überhaupt nichts kaufen würden, wenn es die Onleihe nicht gäbe.

    Gerade Verdi, die doch so sozial sein wollen... :cursing:


    Ich denke da vor allem an meine alten Eltern, die sehr ländlich wohnen. Die nächste Bibliothek ist weit weg. Für die ist die Onleihe ein Segen! Und ich denke nicht, dass sie auch nur einen Cent für eMedien ausgeben würden, wenn es die Onleihe nicht mehr gäbe. Sie würden halt wieder mehr fernsehen.


    Es scheint mir sehr im Trend zu sein, irgendwas als "davon profitieren ja nur Reiche/Gruppe XY" zu definieren, um es für alle schlechter zu machen.

  • Auch hier wieder die selektive Wahrnehmung, dass die Rechte der Autorinnen und Autoren von den Bibliotheken beschnitten würden! Das k.... mich echt an. Wer ist denn dafür verantwortlich, dass für eBooks keine Bibliothekstantieme gezahlt wird? Die Bibliotheken drängen doch schon ewig darauf, eBooks den gedruckten Büchern rechtlich gleichzustellen!

    Lobbyismus. Ähnliches macht die Musikindustrie mit Verweis auf die armen Musiker...