Vermisse heute den neuen SPIEGEL

  • Ich bin mir nicht sicher, ob auf Seiten des Lieferanten ein großes Interesse daran besteht. Und ob es dort am Samstag überhaupt einen Ansprechpartner gibt.

    Ja, sowas vermute ich auch :/. Aber wenn ein Fehler bereits zweimal vorkam, dann versuche ich doch, einiges daranzusetzen, dass er beim dritten Mal ausbleibt. Dann bezahl' ich doch auch mal einem Mitarbeiter die Überstunde am Samstag – bevor ich ein paar hundert minderzufriedene Endkunden hab'. Und da sind vielleicht auch mal ein paar motivierende Worte der Divibib an den Lieferanten angebracht. Was wäre denn die Alternative? Wenn Fehler auftreten gar nix mehr machen? Dann bräuchte man noch nicht mal werktags einen Ansprechpartner!

  • Ich befürchte auch, dass es dem Lieferanten nicht wirklich wichtig ist. Der verkauft vermutlich lieber Abos an Endkunden als an Bibliotheken. Und da fehlt dann der Divibib einfach der Hebel...

  • "Aber 70 wartende Leute [...] im gesamten OVH mit über 100 angeschlossenen Bibliotheken ist quasi nichts." – Das ist schon eine Abwertung.

    Das war rein als quantitative Aussage zu verstehen. Ich hätte auch "das sind 0,1%" schreiben können. Wenn es bei dir anders angekommen ist, tut mir das Leid.

    Du kannst mir glauben, dass mir jeder einzelne Onleihenutzer (m/w/d) wichtig ist und ich mich in unserer Onleihe auch um jedes Anliegen kümmere, selbst wenn es weniger als 0,1% der Leute äußern (z.B. nur einer). Wie gesagt: Mir geht es in meiner Aussage nicht darum, dass das Problem nicht behoben werden soll (soll es!); sondern nur darum, dass nicht 99,9% mit einem ewig langen Hinweis belästigt werden sollten, der für sie irrelevant ist. Deshalb plädiere ich für eine Rückkehr zum alten System, die Hinweise direkt bei der betroffenen Zeitschrift einzublenden.

  • [...] Mir geht es in meiner Aussage nicht darum, dass das Problem nicht behoben werden soll (soll es!); sondern nur darum, dass nicht 99,9% mit einem ewig langen Hinweis belästigt werden sollten, der für sie irrelevant ist. Deshalb plädiere ich für eine Rückkehr zum alten System, die Hinweise direkt bei der betroffenen Zeitschrift einzublenden.

    Ich stimme dem voll zu. Die Rückkehr zum alten System (Einblendung bei betroffener Zeitschrift) wäre sinnvoll. Ein zentraler Hinweis wäre schon deshalb blöd, weil es etliche Bibliotheken gibt, bei denen man viele Zeitschriften über Pressreader/Munzinger lesen kann, nicht via Onleihe.

    (Bei Munzinger war der Spiegel übrigens pünktlich im Angebot).

  • Erfahrungswerte sprechen dafür, dass es wieder der frühe Morgen (ca. 6 Uhr +/- 20 Minuten) am Dienstag wird

    Und es sind so offensichtlich 3 Tage, dass man durchaus voraussagen kann, dass es auch diesmal wieder 3 Tage werden. Und dazu braucht man sich nicht besonders weit aus dem Fenster zu lehnen.

    Oje! Doch zu weit aus dem Fenster gelehnt!!!! :( Diesmal kam der Spiegel nicht am Dienstag! Naja ... vielleicht nächsten Dienstag ... X(

  • mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wirst du nächsten Dienstag keinen Spiegel bekommen... (siehe rote box)

    Scheiße!:wacko::cursing::thumbdown:

    Ich fliege am Dienstag nach Madeira. Aber leider nicht mit der Lufthansa:(da kriegt man immer 2 E-Zines für lau. Und da hab ich mir immer den Spiegel genommen und mich gefreut, dass ich nicht auf die Onleihe angewiesen war. Leider hat meine Frau diesmal TuiFly gebucht;(

  • Kannst du dir den Flug nur leisten, wenn du den Spiegel nicht käuflich erwerben musst?

    Ein Spiegel-Abo kostet ca 240 Euro im Jahr. Das ist etwa der Preis eines günstigen Fluges Frankfurt - Funchal . So gesehen: Bei Verzicht auf ein Spiegel-Abo fällt eine Hinreise nach Madeira ab.


    Aber ich möchte gerne mal darauf eingehen, dass hier immer wieder empfohlen oder nahegelegt wird, doch den Spiegel am Kiosk zu kaufen oder zu abonnieren. Gehen wir doch gleich einen Schritt weiter – wozu überhaupt Bibliotheken, Onleihen und den ganzen überflüssigen Ballast, der lediglich Steuergelder an Subventionen verschlingt? Wo doch jeder sein Lieblingsmagazin "käuflich erwerben" könnte. Was genauso für Bücher und jedes andere in Bibliotheken vorgehaltene Medium gilt. Schafft die Bibliotheken ab und verhelft der schwarzen Null zum Durchbruch!


    Ja und was ist mit den vielen Armen, die sich das finanziell nicht leisten könnten? Die können einen Literaturbezugsschein beantragen, der sie berechtigt, eine gewisse Anzahl Medien umsonst zu beziehen. Man würde trotzdem noch viel Geld sparen.


    Die Städte könnten Gebäude und Immobilien, die nicht mehr für die Standorte der Büchereien benötigt werden auf dem Immobilienmarkt veräußern oder durch Sozialwohnungen ersetzen, um den städtischen Wohnungsmarkt zu entlasten.


    Ja und was ist mit den Angestellten von Bibliotheken, Onleihen usw.? Die würden vom Arbeitsmarkt absorbiert werden. Obwohl es für viele eine Umstellung bedeuten wird, zu lernen, dass es auf dem freien Markt üblich ist, Termine einzuhalten und Mängel zeitnah zu beheben. Ich fürchte, nicht jedem wird dies gelingen. Weshalb man bei allem Sparpotential berücksichtigen muss, dass dies durchaus zu einer gewissen Binnenmigration in die sozialen Systeme führen kann.


    Ich schlage vor, dass Hundehütte, Kakaokau und Veral das mal mit Christian Lindner besprechen. Ich bin sicher, dass deren Deregulierungsvorschläge (Medien kaufen statt in Bibliotheken ausleihen) bei der FDP auf offene Ohren stößt.

  • Der Spiegel 02/2020 ist mittlerweile übrigens in der Onleihe abrufbar :)

    Wenn er verspätet in der Onleihe erscheint, ist das blöd; aber eine Katastrophe ist es nicht. Und wem es so pressiert, dass der Spiegel direkt am Erscheinungstag gelesen werden muss, der kann sich wirklich mal die eine oder andere Ausgabe am Kiosk kaufen.

    Zurzeit häufen sich die Verspätungen zwar bedauerlicherweise, aber ein Weltuntergang ist es trotzdem nicht.


    Einen Literaturbezugsschein kenne ich nicht. In Berlin z.B. müssen Bedürftige (mit Nachweis) grundsätzlich keinen Bücherei-Beitrag zahlen; in anderen Büchereien einen verminderterten Betrag... im ALG II sind Ausgaben für Kultur im Regelbedarf berücksichtigt (meiner Meinung nach nicht ausreichend, ist aber eine andere Baustelle).

    Die "Armen" warten gern ein paar Tage. Meiner Meinung nach sind es eher die Nicht-Bedürftigen, die auf pünktliches Erscheinen pochen.

  • In diesem Fall lag es (zum wiederholten Mal) an einem Akteur des freien Marktes, nämlich am Verlag. Die divibib hat die mehrfache Falschlieferung dort auch reklamiert. Möglicherweise war(en) dort Mitarbeiter am Werk, die normalerweise nichts mit dieser Aufgabe zu tun haben und deshalb einen Fehler gemacht haben. Immerhin soll es ja Leute geben, die mal in Urlaub gehen und vertreten werden.


    Blöd gelaufen, ärgerlich, deshalb auch reklamiert - aber kein Beinbruch und kein Weltuntergang. Und kein Grund, Mitarbeiter von Bibliotheken und divibib als ignorante Faulenzer hinzustellen.


    Ach, übrigens: für Onleihe-Bibliotheken kostet das Abo knapp das Doppelte. Also Hin- und Rückflug. Oder eine ganze Menge Bücher.

    Einmal editiert, zuletzt von Kakaokau ()

  • Die "Armen" warten gern ein paar Tage. Meiner Meinung nach sind es eher die Nicht-Bedürftigen, die auf pünktliches Erscheinen pochen.

    Genau. Als alleinerziehende Mutter schwimme ich wahrlich nicht im Geld und freue mich, dass es Bibliotheken und die Onleihe gibt. Ich erwarte aber auch nicht, dass ich jede Zeitung und jedes Buch sofort zur Verfügung habe, sondern übe mich in Geduld.


    Ich schlage vor, dass Hundehütte, Kakaokau und Veral das mal mit Christian Lindner besprechen. Ich bin sicher, dass deren Deregulierungsvorschläge (Medien kaufen statt in Bibliotheken ausleihen) bei der FDP auf offene Ohren stößt.

    Wie kommst Du nur zu solchen Rückschlüssen? ?( Nur weil wir uns nicht aufregen, wenn eine Zeitschrift nicht sofort verfügbar ist? Es gibt wahrlich wichtigere Dinge auf der Welt, aber wer das für überlebenswichtig hält, der muss Alternativen suchen. Etwas anderes habe ich nie gesagt. Ich bin äußerst dankbar und froh, dass es die Onleihe gibt und auch wenn nicht alles perfekt ist, muss man auch nicht alles schlecht reden. Und ich habe kein Problem damit, auch mal zu warten. Wenn es ein Problem gibt, melde ich das meiner Bibliothek und warte auf die Lösung.

  • (Volltreffer!)

    Und wem es so pressiert, [...] der kann sich wirklich mal die eine oder andere Ausgabe am Kiosk kaufen.

    Ich schlage vor, dass Hundehütte, Kakaokau und Veral das mal mit Christian Lindner besprechen.

    Ja, liebe spitzefeder, wenn Du so darauf drängst, darfst Du die Delegation zu Lindner natürlich begleiten. Ich wollte Dich keinesfalls ausschließen.

  • ThomasK : Scherzkeks ;)

    Würdest du aufmerksam im Forum mitlesen, wüsstest du, dass ich immer mal wieder den Tipp gebe, den einen oder anderen Titel käuflich zu erwerben :).

    Erstens einer gewissen Vorratshaltung halber, um bei Ausfällen der Onleihe nicht ohne Lesestoff dazustehen - irgendwann möchte man alternativ zu kostenlosen Klassikern vielleicht auch etwas anderes lesen - und zweitens auch deshalb, weil u.a. die Autorenschaft eher vom Verkaufen als vom Verleihen lebt.


    Ab und zu Titel zu kaufen resp. das zu empfehlen, schadet der Onleihe nicht und stellt sie auch nicht infrage.

    Man kann parallel sowohl kaufen als auch leihen. Das eine schließt das andere nicht aus :)

  • In diesem Fall lag es (zum wiederholten Mal) an einem Akteur des freien Marktes, nämlich am Verlag. Die divibib hat die mehrfache Falschlieferung dort auch reklamiert.

    Ja, die Mitarbeiter kommen in meiner Satire schlechter weg, als sie es verdient haben. Vielleicht abgesehen von deren Informationspolitik, weshalb auch kaum rüberkommt, dass sie – wenigstens diesmal – vermutlich unschuldig sind. Außerdem ist die Divibib natürlich selbst ein "Akteur des freien Marktes", dessen Dienste, meines Wissens ohne Ausschreibung und als Quasi-Monopolist, in erster Linie von öffentlichen Bibliotheken in Anspruch genommen werden.


    In erster Linie ging es mir auch nicht darum, auf die Mitarbeiter von Bibliotheken und Onleihe einzuprügeln. Mir ging lediglich auf den Senkel, dass immer wieder geschrieben wurde, sich den Spiegel doch zu kaufen, den Spiegel zu abonnieren, den Spiegel am Kiosk zu holen usw. Ich finde das ziemlich dumm nicht zielführend, denn man hat den Leseausweis der Bibliothek ja nicht, um Medien irgendwo zu kaufen, sondern um sie auszuleihen. Denn wenn das die Lösung sein sollte: was nicht klappt wird nicht verbessert, sondern in den freien Markt verschoben – dann wäre auf lange Sicht die Schließung der öffentlichen Bibliotheken tatsächlich die logische Konsequenz. Und bis es soweit ist könnte man Kosten und Leistung so lange runterfahren, bis das Qualitätsniveau der Deutschen Bahn erreicht ist. Die hat sich bereits früher auf diesen Weg begeben. Auch dort heißt es ja gelegentlich: wenn die Bahn nicht fährt, dann ruf doch ein Taxi – oder nimm gleich den Flieger. Das entspricht ziemlich genau den Empfehlungen, die Hundehütte, Kakaokau, Veral und spitzefeder zu meinem Verdruss unablässig zur "Lösung" der Onleihe-Probleme mit dem Spiegel vorgeschlagen haben.

  • man hat den Leseausweis der Bibliothek ja nicht, um Medien irgendwo zu kaufen, sondern um sie auszuleihen.

    Und auch in der Bibliothek kann man den Spiegel nicht immer mit Erscheinen ausleihen... In vielen Bibliotheken kann man das neuste Heft überhaupt nicht ausleihen und nur vor Ort lesen und sowohl in diesem Fall als auch wenn er direkt verleihbar ist kann es sein, dass einfach jemand schneller war. Und auch vor Ort kann sich mal die Lieferung verzögern...

    Und wenn man ihn eben sofort nach Erscheinen haben möchte und nicht bereit ist Verzögerungen zu akzeptieren zu nehmen (woher diese auch kommen), dann bleibt eben nur der Kauft/das Abo. Denn die Bibliothek hat keinen Einfluss darauf wie zuverlässig der Verlag bzw. die Post die Sachen liefert. Wenn die Zeitschrift unterwegs verschütt gegangen ist oder so, dann kann das keiner direkt ändern. Man kann dann anrufen und nachfragen, muss aber trotzdem warten bis man die (Nach)Lieferung bekommt.

  • Und wenn man ihn eben sofort nach Erscheinen haben möchte und nicht bereit ist Verzögerungen zu akzeptieren zu nehmen (woher diese auch kommen), dann bleibt eben nur der Kauft/das Abo.

    Oder den Flieger nehmen (wie bei der Bahn, wenn sie nicht fährt). Denn die Lufthansa bietet, wie ich bereits erwähnte, ihren Fluggästen 2 E-Magazine zum kostenlosen Herunterladen an. Man sieht: Bahn und Bibliothek – die Parallelen sind erschreckend!!! :)