Ökologischer Fußabdruck

  • Noch mehr OT aber trotzdem bedenkenswert: "Ein Kaffee mit Sojamilch ist weiterhin klimaschädlicher als ein reines Glas Kuhmilch.


    AnnaBe

    Kannst du da mehr drüber berichten? Mir machen die entsprechenden Mitmenschen immer weis, dass wenn tierische Produkte beteiligt sind, ist es per se schädlicher fürs Klima. Ich kann das nicht so recht glauben aber irgendwie fehlen mir dann Argumente, um das zu unterfüttern... Kannst du da Quellen nennen?

  • Im Zitat oben werden Äpfel mit Birnen verglichen. Einen Kaffee mit Sojamilch sollte man mit einem Kaffee mit Kuhmilch (mit gleicher Menge Milch) vergleichen, und nicht mit einem ganzen Glas Kuhmilch. Der Vergleich ist unredlich, egal ob am Ende der Kaffee der klimaschädliche Teil ist oder nicht. Vom Tierwohl mal abgesehen.

  • Ich finde folgende Aussage viel entscheidender:

    "Was die Umweltverträglichkeit angeht, da schneiden unter den prominenten Milchalternativen Soja- und Haferdrinks deutlich besser ab – und zwar dann, wenn man nicht nur auf den CO2-Fußabdruck schaut, sondern auch Wasserverbrauch, Gewässerbelastung und Landnutzung mit einbezieht."

    Quelle: --> quarks.de: Sind Milchalternativen gesünder und umweltfreundlicher?


    CO2-Ausstoß ist das eine; aber bei der Beurteilung von Klimaschädlichkeit kann man ihn nicht isoliert betrachten, das verzerrt das Bild.

    Und was mir beim Ursprungs-Offtopic-Thema einfällt: Es verursacht bestimmt weniger CO2, wenn ich ne Doku aus Peru streame anstatt hinzufliegen (vor allem, wenn ich im selben Jahr noch ne Kreuzfahrt mache)... Auf der anderen Seite kann ich vielleicht halbwegs guten Gewissens irgendwohin fliegen, wenn ich ansonsten hart an meinem ökologischen Fußabdruck arbeite... die Dosis macht das Gift...


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    Ich bin übrigens für sprechende Threadtitel - in diesem Fall irgendetwas mit Umweltverträglichkeit, ökologischer Fußabdruck o.ä... aber "offtopic..." :?:

  • Kakaokau

    Hat den Titel des Themas von „Off topic - vom thread filmfriend hergezogen“ zu „Ökologischer Fußabdruck“ geändert.
  • Es ist ein weites Feld.

    Ausgangspunkt war der ökologische Fußabdruck vom Streamen - wie gesagt, bei uns gibt's keine Glasfaser; bingewatching und streaming ist bei uns also belastender, versuche ich also einzuschränken.

    Ich fand den quarks.de Artikel trotz allem bemerkenswert, weil er etwas die Wahrnehmungsverzerrung beleuchtet (z.B. dass die Kaffeeproduktion inklusive Transport etc. u.U. ein größeres CO2-Problem ist als ob da nun Kuhmilch oder Hafermilch im Kaffee drin ist). Dass Kuhmilcherzeugung andere moralische Probleme aufwirft, war in dem Artikel ja nicht das Thema.

  • Ausgangspunkt war der ökologische Fußabdruck vom Streamen - wie gesagt, bei uns gibt's keine Glasfaser; bingewatching und streaming ist bei uns also belastender, versuche ich also einzuschränken.

    Interessant fände ich: Wie schaut das im Vergleich zum DVD-/BluRay-Kauf aus?

    Also ist es dann bei schlechter Internetverbindung ökologischer, sich die DVDs zu kaufen? Wahrscheinlich nicht, weil die Scheiben ja auch produziert, verschickt usw werden müssen...


    Also am besten aus der Bibliothek ausleihen ;)

  • Nicht zwingend, weil die Dateien zum Streamen müssen ja irgendwo bereitgehalten werden und das erfordert Rechnerkapazität die 7/24 läuft. Aus der Bibliothek ausleihen ist auf jeden Fall immer die beste Option, so oder so :)

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  • danke fürs umbenennen!


    Ich dachte, in den Fußabdruck wird das alles eingerechnet? Also der Verbrauch von allen Ressourcen bis das Endprodukt fertig ist. Ist dem nicht so? Dann vergleicht man tatsächlich Äpfel mit Birnen. Und die Berechnung kann man sich sparen. Die bringt dann ja nix.

  • onleiherin Falls du dich auf die letzten Beiträge von mir und ssb_gun beziehst: Im Fußabdruck sollte das alles eingerechnet sein, aber genau der ist uns nicht bekannt für den Vergleich Streaming - DVD-Kauf. Bei dem Artikel von Quarks geht es in erster Linie um Milchprodukte. Deshalb haben wir überlegt, was alles mit reinspielen könnte.


    Ich habe allerdings einen Artikel von 2014 zu dem Thema gefunden:

    https://blog.dms-berlin.com/dv…g-ist-umweltfreundlicher/

    In der Studie wird behauptet, die Ausleihe von DVDs hätte den höchsten Energieverbrauch (wenn man mit dem Auto zur Videothek/Bibliothek fährt). Warum das mehr Energie verbrauchen sollte, als wenn ich zum Elektronikhändler zum Kaufen fahre, erschließt sich mir allerdings nicht..

    Einmal editiert, zuletzt von Ingo ()

  • Wie schaut es denn aus mit gebrauchten DVDs/BluRays? Einerseits halbiert sich der Produktionsfußabdruck (mindestens), andererseits wird es einmal mehr durch die Gegend geschickt.

  • Ist Sojamilch vielleicht auch gesundheitsschädlicher?

    Es gab eine Zeit, da wurde an allen Ecken damit geworben, dass Soja östrogenähnliche Substanzen enthält. Deshalb hätten Japanerinnen weniger "Frauenprobleme".

    Dann wurde überall vor Plastik mit östrogenähnlichen Substanzen aka endokrine Disruptoren gewarnt.

    Inzwischen gibt es Studien, die negative Auswirkungen von Sojamilch als Babynahrung gefunden haben.

    beguenstigt-sojamilch-spaeter-regelschmerzen/400321770

    Einmal editiert, zuletzt von Kakaokau () aus folgendem Grund: Beitrag verschoben

  • Wo ich gerade dabei bin und keine Bücher herunterlanden kann, noch mehr OT:

    Was ist an Rohrzucker so toll? Er wird in fernen Ländern hergestellt, dafür wurden Urwälder abgeholzt und Menschen versklavt.

    Das der braune (also weniger gereinigte, also dreckige) Rohrzucker mehr Mineralien enthält, bringt in der Menge, in der man Zucker benutzt, keinen Vorteil.

    Weshalb wird Rübenzucker nicht als regional beworben?

    Achso, Rohrzucker ist auf dem Weltmarkt viel billiger und kann teuerer verkauft werden.

    Einmal editiert, zuletzt von Kakaokau () aus folgendem Grund: Beitrag verschoben

  • Das ist eine der Fragen (eigentlich sinds ja sogar mehrere Fragen), die ich mir selber auch immer wieder stelle - bin da voll deiner Meinung! Gerade die regionale Zuckerrübe könnte durchaus besser beworben bzw. überhaupt bevorzugt werden. Womit wir auch wieder beim Thema wären ;)

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  • Was mich auch umtreibt: "fast fashion" verbraucht ungeheure Ressourcen und für was?! T-shirts, die vielleicht gerade mal eine Saison getragen werden, weil sie für den Konsumenten billig sind.

    Ich interessiere mich seit einiger Zeit sehr für das Thema "visible mending" und bin mittlerweile ein passabler Stopfer von Löchern. Dazu, und zu weiteren Reparaturen, gibt es (eleganter Schlenker zur Onleihe) ein nützliches Buch von Erin Lewis-Fitzgerald: "Geschickt geflickt". Schaut mal rein - ich finde es sehr inspirierend.

  • Es gibt etliche Bücher zum Thema "aus alt mach neu". z.B: aus zwei Tshirts eins machen oder zu etwas ganz anderem Weiterverarbeiten. Das ist nicht zwingend "downcycling" - ich hab mir schon sehr schöne Leggins (plural) aus alten Tshirts genäht. Und sone ACDC-Leggins ist dann schon ein Designerstück, auf jeden Fall! :)

    Tja und was Fast Fashion angeht: Kaum haste ne Jeans zehn Jahre, schon fällt sie auseinander (Kann aber noch gut verwendet werden, um die Lieblings-Rumflagg-Jeans des Mannes zum ixixten. Mal zu flicken). Aber Klamotten kaufe ich - wenns sichs gar nicht vermeiden lässt, was neu zu kaufen - sowieso Second Hand (außer Socken und Unterwäsche, da leiste ich mir dann den Bio-Öko-Fair-Luxus!)

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  • Hehe, dazu ein Praxistipp aus meinen Internetfundstücken: :D



    barry-shorts.jpg

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    Das würde die Arbeit aller Helfer und Ratgeber enorm erleichtern.

  • Dinge wiederzuverwenden und weiterzugeben ist sowieso eine gute Sache.

    Gerade bei Kinderkleidung ist das so sinnvoll und wir praktizieren das schon lange: die Kinder von Tante X sind rausgewachsen, dann kriegen die Kinder von Cousine Y sie, danach meine Kinder, und jetzt steht die Babykleidung gut verpackt am Speicher und wartet auf das nächste Kind in der Familie. (Ab einem gewissen Alter klappt das wahrscheinlich dann nicht mehr so gut, aber im Kindergartenalter auf jeden Fall).

    Hosen mit kaputten Knien werden entweder geflickt oder abgeschnitten und umgenäht - zack, kurze Sommerhose. Und Sachen, die wirklich nicht mehr schön sind, kann man noch gut zum Basteln verwenden (z.B. Umwandlung in Stofftaschen, DIY-Feuchttücher, …).

    Ich will gar nicht ausrechnen, was wir damit schon an Geld gespart haben - zusätzlich zum Umwelt-/Nachhaltigkeitsaspekt.