Der Bundesrat will erreichen, dass Verleger öffentlichen Bibliotheken für digital erschienene Bücher Nutzungsrechte einräumen müssen

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  • Komisch, dass da nur von wenigen Monaten "Schonfrist" nach der Neuerscheinung die Rede ist. Bislang wurde hier immer kommuniziert, dass das (teilweise) wesentlich länger dauert, bis ein Verlag ein neues Buch für die Onleihe "freigibt" und manchmal auch überhaupt nicht. So, wie das im Bericht steht, dass es sich um ein "paar Monate nach Erscheinen" dreht, so könnte man das ja durchaus nachvollziehen, vor allem, wenn man an die Autoren denkt. Vor allem finde ich, dass nach einer gewissen Schonfrist jedes Buch freigegeben werden muss.

    Auch wäre es bestimmt sinnvoll, wenn die Leihgebühren einigermassen transparent sein würden. Ich meine insofern, dass es zwar differenzierte Preise geben kann, die aber vergleichbar sind.

    Aber es scheint sich ja da ohnehin in Kürze eine Entscheidung anzubahnen. Man darf gespannt sein.

  • sascha18 "Wenige Monate" ist ja durchaus Auslegungssache. Was wäre denn da für dich persönlich akzeptabel?

    In unserer Onleihe treffen wir immer häufiger auf E-Books mit 9-12 Monaten Verzögerung, was ich nicht als wenig empfinde (und die Nutzer, die darauf warten, wohl ebenfalls nicht). Der dazugehörige Verlag wird das in seinen offiziellen Stellungnahmen sicherlich anders darstellen.

    Natürlich gibt es auch Verlage, die ohne Verzögerung anbieten; andere stellen ihre Bestseller dafür gar nicht zur Verfügung. Das Spektrum ist sehr breit und genau das verkompliziert unsere Arbeit sehr, weil wir Bibliotheksmitarbeiter*innen immer wieder prüfen müssen, was wann zu welchen Konditionen überhaupt angeboten wird.


    Was meinst du damit, dass die "Leihgebühren einigermassen transparent sein" sollten? Die Nutzungsgebühren der verschiedenen Onleihen? Die Kaufpreise der E-Books?

  • Ich persönlich kann eine Verzögerung bei Belletristik eher akzeptieren als bei Sachbüchern. Vor allem politische Bücher sind nicht mehr sehr interessant, wenn die gesellschaftliche Debatte dazu rum ist - und gerade darum geht es doch bei Leihbüchereien: gesellschaftliche Teilhabe.

  • "Schonfrist" ist begrifflich schon deshalb nicht richtig (Beitrag nicht gelesen, Asche auf mein Haupt), weil für die Lizenzen bezahlt wird. Digitaler Verleih heißt ja nicht, dass die Verlage die Bücher verschenken, genausowenig, wie sie ihre physischen Bücher verschenken.

    So, wie ich es kenne, gibt es auch keine Leihgebühren, Bibliotheken zahlen für zeitlich begrenzte Lizenzen. Pro Lizenz immer ein Leser, deswegen der Krampf mit dem DRM. Überträgt man das auf physische Bücher würde das bedeuten, das man die Bücher nach X Monaten an den Verlag zurückgibt, und zwar in druckfrischem Zustand.

  • Mit "Schonfrist" meinte ich, dass e-books teilweise( wenn sie von namhaften Autoren sind ) erst nach einer gewissen Zeit den Bibs zur Verfügung gestellt werden. Dass die e-books immer auch nach unterschiedlichen Kriterien bezahlt werden müssen, ist schon klar und mit Transparenz meinte ich, dass die Kosten, die die Bibs an die Verlage bezahlen müssen, transparenter sein müssten. Ich wusste z.B. lange Zeit nicht, dass es dieses Lizenz-Problem gibt. Ich dachte immer, einmal gekauft = immer da, wie ein physisches Buch. Ich hätte jetzt kein Problem, wenn Bestseller z.B. immer erst nach 12 Monaten lizensiert würden. Wenn es mir wichtig ist, dann kaufe ich mir das Buch. Viel ärgerlicher finde ich, dass mitunter innerhalb von Fortsetzungen plötzlich ein Teil garnicht freigegeben wird, oder nur als audio bzw. umgekehrt. Wobei dieses Problem natürlich immer öfter auftritt, weil mittlerweile scheibar kaum noch stand alones (im Belletristikbereich ) geschrieben werden, sondern viel häufiger Mehrteiler und dann ist es schon ein Nachteil, wenn zwischendurch Teile fehlen.

    Effie Biest hat natürlich recht, insofern, dass bei Sachbüchern natürlich häufig eine Aktualität unabdingbar ist.

  • Mit einer "Schonfrist" von 12 Monaten bei Belletristik kann ich gut leben. Wie Sascha würde ich mich dann auch entscheiden, ob ich warte oder mir das Buch selber kaufe.


    Wobei ich auch nicht verstehe, warum eBooks nicht günstiger werden, wenn diese eine Weile auf dem Markt sind. Bei englischen Titeln sehe ich oft, dass diese nach 3 oder 4 Jahren manchmal nur noch 30 oder 40 Prozent vom ursprünglichen Preis kosten. Bei deutschen eBooks rührt sich da nichts oder nur sehr wenig für kurze Zeit bei einigen Titeln. Physische Bücher werden ja auch nach einiger Zeit als Remittenden-Exemplare günstiger auf den Markt geworfen.


    Mich stören aber auch fehlende Titel mitten in Reihen sehr. Das ist für mich unverständlich.


    Bei Sachbüchern spielt die Aktualität natürlich oft eine ganz andere Rolle. Das hängt halt vom Thema ab.

  • Wobei ich auch nicht verstehe, warum eBooks nicht günstiger werden, wenn diese eine Weile auf dem Markt sind. Bei englischen Titeln sehe ich oft, dass diese nach 3 oder 4 Jahren manchmal nur noch 30 oder 40 Prozent vom ursprünglichen Preis kosten. Bei deutschen eBooks rührt sich da nichts oder nur sehr wenig

    Das hängt m.W. mit der Buchpreisbindung in DE und AT zusammen. Warum die nicht nach einer Zeit xx nach Erscheinen fällt, erschliesst sich mir nicht, denn wer kauft schon ein Buch, was mehrere Jahre alt ist, wenn eine Neuerscheinung das gleiche kostet ? Die Rede ist hier nur von Belletristik und nicht von Ausnahmen der Regel für z.B. Sammler, oder Ersatz für ein verlorenes Buch. Ich verstehe aber auch nicht, warum ein E-book fast das gleiche kostet (wenn man es kauft ), wie ein physisches Buch, oder sind die Material- und Druckkosten so gering, dass das nicht ins Gewicht fällt ?

  • Ich verstehe aber auch nicht, warum ein E-book fast das gleiche kostet (wenn man es kauft ), wie ein physisches Buch, oder sind die Material- und Druckkosten so gering, dass das nicht ins Gewicht fällt ?

    eBooks könnten deutlich günstiger sein. Abgesehen von Tinte, Kleber und Papier kommen bei gedruckten Büchern ja auch noch Kosten für Versand und Lagerung dazu. Bei allesebook.de gab es mal einen Artikel zu dem Thema, in dem vermutet wurde, dass die Verlage Angst vor einem Preisverfall haben, wenn die Leserschaft sich an günstige eBook-Preise gewöhnt und diese dann auch beim traditionellen Buchmarkt erwarten würde.

    (Ähnlich wie die Angst der Verlage beim Verleih von eBooks z.B. durch die Onleihe - auch hier geht es ja ausschließlich um finanzielle Interessen.)


    Ich meinte: Bei Papierbüchern gibt es auch keine Schonfrist. Diese können gleich ausgeliehen werden.

    Und genau diese Gleichstellung wollen die Bibliotheken/Onleihe gerne erreichen. Inkl. Bibliothekstantieme als faire Vergütung. So wie es schon seit Jahrzenten bei gedruckten Bücher gut funktioniert.

  • Und genau diese Gleichstellung wollen die Bibliotheken/Onleihe gerne erreichen. Inkl. Bibliothekstantieme als faire Vergütung. So wie es schon seit Jahrzenten bei gedruckten Bücher gut funktioniert.

    Mich würde die Meinung von Autoren interessieren... (die sind vermutlich auch unterschiedlich...)😉


    Wenn Bibliotheken die physischen Bücher sofort nach dem Erscheinen verleihen, bezahlen sie für jedes Exemplar das sie vorhalten den gleichen Preis (abzüglich 10% Bibliotheksrabatt).
    Sehr viele Bibliotheken wird es nicht geben, die mehr als 3 evtl. 4 Exemplare anschaffen.
    Beim neuen Obama immerhin 37,80€ plus einbinden... pro Exemplar.


    Das funktioniert seit Jahren gut und es gibt immer noch Leser, die lieber das Buch möchten, statt eines Readers. Viele nutzen „sowohl als auch“.
    Ich weiß nicht, was dieses Buch für die onleihen kostet, weiß das einer?

    Das oben genannte Buch wiegt über 1 kg, da ist es eine Erleichterung... nur mit 1200 Seiten eben nicht schnell zu lesen....😉 wenn man noch eine Nebenbeschäftigung hat.

  • Mich würde die Meinung von Autoren interessieren... (die sind vermutlich auch unterschiedlich...)😉

    Das fände ich auch interessant. Ich habe gerade den letzten Fitzek gelesen und zumindest er bedankt sich immer überschwänglich am Schluss u.a. bei allen Bibliotheksmitarbeiter*innen. Er scheint zumindest kein Problem mit dem Verleih seiner Bücher zu haben ;) und sieht es (laut Danksagung) eher als Vergrößerung seiner Reichweite.

  • eBooks könnten deutlich günstiger sein. Abgesehen von Tinte, Kleber und Papier kommen bei gedruckten Büchern ja auch noch Kosten für Versand und Lagerung dazu.

    Ich verstehe diesen Gedankengang total, muss allerdings diese Preispolitik ein wenig in Schutz nehmen: Das Teure an der Herstellung von Büchern sind nicht Tinte, Kleber und Papier. Es sind z. B. auch Kosten für Korrektur und Satz - diese sind völlig unabhängig davon, ob das Buch gedruckt oder digital erscheint, gleich hoch. Und auch ein eBook muss ja technisch erstmal hergestellt werden, man kauft ja nicht einfach ein PDF. In den meisten größeren Verlagen gibt es Mitarbeiter*innen, die sich ausschließlich um den eBook-Markt kümmern und damit aufgelastet sind. In der Verlagsarbeit im Hintergrund erfordern sie genauso viel Aufmerksamkeit und Arbeitskraft wie gedruckte Bücher, Hörbücher oder eAudios. Und auch, wenn es in dem Sinne keine Lagerkosten gibt, braucht es eine Auslieferung, die darauf spezialisiert ist und die meist von externen Dienstleister*innen gestellt wird - und auch die wollen bezahlt werden. Alles, was sonst noch an Kosten z. B. für Marketing- und Vertriebsmaßnahmen anfällt, wird natürlich rein kaufmännisch logisch auf die Produkte, die zu einem Werk gehören, verteilt. Und letzten Endes ist und bleibt ein Verlag ja auch nur ein Wirtschaftsunternehmen, das seine Mitarbeiter*innen bezahlen und möglichst auch noch ein paar Gewinne einfahren möchte ...


    Von daher unterstütze ich dein Argument insofern, dass eBooks etwas weniger kosten können und sollten als gedruckte Bücher, aber tatsächlich nicht allzu viel. Der Aufwand, der für beide dahinter steht, ist nämlich tatsächlich nicht zu unterschätzen und auch nicht deutlich unterschiedlich.

  • Von daher unterstütze ich dein Argument insofern, dass eBooks etwas weniger kosten können und sollten als gedruckte Bücher, aber tatsächlich nicht allzu viel. Der Aufwand, der für beide dahinter steht, ist nämlich tatsächlich nicht zu unterschätzen und auch nicht deutlich unterschiedlich.

    Du hast das sehr gut verdeutlicht, was hinter den "Buchkosten" alles steht und im Prinzip sind die Druckkosten (inkl. Papier und Farbe usw.) wahrscheinlich nicht das, was so viel ausmacht.


    Ich staune trotzdem manchmal sehr über Buchpreise.

    So manches Buch ist tatsächlich im Vergleich zu einem anderen das ähnlich "groß, dick, interessant, materialähnlich" ist, viel teurer und man kommt nicht immer drauf, warum das so ist.

    Ich kann jetzt gerade kein Beispiel anführen..., wenn mir eins einfällt, melde ich mich damit.