21.09.2018, 13:20 | ePaper vom 21.09.2018
Die heutigen Ausgaben der ePaper können wir bis auf wenige Ausnahmen erst morgen zur Verfügung stellen.

Wartungsarbeiten auf der Onleihe ab 24.09.2018
Hinweise zu den anstehenden Arbeiten auf der Onleihe finden Sie HIER

  • Wie ist in dem Zusammenhang "Windowing" zu verstehen? Gibt es seitens der Divibib Mehrfachverwertung/Verwertunhsfenster (... bei uns im Windowing...)? Oder kommt das von den Verlagen?

    Das Prinzip, Komplexität mit noch mehr Komplexität nur zum Schein wieder beherrschbar zu machen, ist nicht nur das Geschäft von Juristen und Politikern, sondern auch das eines gewissen IT-Konzerns, der zudem den geistigen und sozialen Horizont gewisser Managertypen auf Kuchendiagramme einzuengen vermochte.

  • Okay, vielen Dank! Finde ich durchaus verständlich. Alles kommt zu dem, der warten kann...

    Das Prinzip, Komplexität mit noch mehr Komplexität nur zum Schein wieder beherrschbar zu machen, ist nicht nur das Geschäft von Juristen und Politikern, sondern auch das eines gewissen IT-Konzerns, der zudem den geistigen und sozialen Horizont gewisser Managertypen auf Kuchendiagramme einzuengen vermochte.

  • Finde ich durchaus verständlich. Alles kommt zu dem, der warten kann...

    Da bist du doch eher einer der Wenigen. Denn gerade die Bestseller werden wenn sie auf den Listen erscheinen auch gefragt und die Kunden erwarten diese auch lesen zu können, wenn diese neu sind und nicht erst ein Jahr später. Gerade auch im Sachbuchbereich sind die Titel zum Teil nicht mehr so relevant, wenn man sie erst ein Jahr später ausleihen kann. Zudem bekommen die Bibliotheken da eben nach und nach Probleme aktuelle Titel überhaupt anbieten zu können, weil eben so viel gesperrt ist und man dann nur die Backlist von annodazumal kaufen kann wo jeder sagt, das hab ich doch längst gelesen...

  • Naja, andererseits ist das doch überall allgemeines Geschäftsprinzip. Bei uns nennt man das "early adopter": Die Leute, die technisch bei allem vorne dabei sein wollen. Die kaufen dann halt überteuert, unausgereift (Bananaware) und oft sogar Zeugs, das wieder vom Markt zurückgezogen wird, weil es nicht läuft, der Hersteller zu faul ist, die App oder die Firmware bis zur Brauchbarkeit zu entwickeln oder sogar eine gewisse Gefahr von den Geräten ausgeht.


    Warum sollten nun ausgerechnet die Verlagskonzerne, die unter dem Deckmäntelchen der Kultur eh einen extremen Protektionismus genießen und uns alle per harschestem Lobbyismus sogar um die Pfründe unserer Rundfunkgebühren bringen (extreme Einschränkungen bei den Archiven und schriftlichen Infos) und zudem Bildung und Wissen ständig weiter zu kommerzialisieren und zu monopolisieren trachten, darauf verzichten? Wenn Schuster einen solchen politischen Protektionismus genössen, könnten wir unsere Schuhe aus Steuermitteln fast kostenlos besohlen lassen und/oder es gäbe eine Schuhpreisbindung, die das fast immer noch lohnenswert erscheinen ließe.


    Bei Belletristik sehe ich das wie bei den Early Adopters: Selber schuld. Bei wissenschaftlichen Büchern: Siehe oben. Aber solange nicht wenigstens halb Deutschland wenigstens die eine oder andere Taschenbuchausgabe von Thomas Metzinger, Eric Kandel, Gerhard Roth, Gerald Hüther, Antonio Damasio, Eva Illouz, Jean-Claude Kaufmann und so vielen anderen, die mir gerade nicht so schnell einfallen (vielleicht unterhaltsamer noch V. S. Ramachandran und Oliver Sacks), gelesen oder wenigstens Videos mit ihnen aus den Archiven oder bei Youtube gesehen hat, mache ich mir wenig Sorgen um wirklich relevante Bildungslücken durch das Windowing im Buchmarkt. Die Leute sind doch nicht mal auf dem Stand von vorgestern und die Politik ignoriert die Wissenschaft von Jahrzehnten.


    BTW: "Wie das Gehirn die Seele macht" von 2014 ist mittlerweile vollständig überarbeitet (Mai 2018) als TB erhältlich - das ist ja auch Windowing. Aber wer hat jetzt den Vorteil? Der, der gewartet und sich vorher nur den Vortrag von Roth auf Youtube angeschaut hat, oder? Oder immer mal wieder dasGehirn.info besucht. Und der Therapiekommerz wird noch Jahre bis Jahrzehnte hinterherhinken... Ist ja alles so schön institutionalisiert.


    Was die Bestseller-Listen angeht: Dann steigt doch aus der Zweit- und Drittverwertung aus, wie irgendeine Onleihe (HH?) aus den Zeitschriftenabos. Natürlich meckern dann unreflektierte Konsumenten. Sollen sie doch ab und an mal wieder ihren Hintern heben und in die Bib gehen, anstatt in egay-Mentalität sekündlich auf die Schnäppchen zu lauern. Die kosten uns andere die lebenswichtigere, bildendere Auswahl von anderen Autoren, von denen nur oft nur alte Feigenblättchen-Exemplare präsent sind. Schlimmstenfalls sogar absolut irreführende Altausgaben, sogenannte "Standardwerke", wie z. B. Kreisman-Straus "Ich hasse Dich, verlass mich nicht!" von 2006... *schauder*

    Das Prinzip, Komplexität mit noch mehr Komplexität nur zum Schein wieder beherrschbar zu machen, ist nicht nur das Geschäft von Juristen und Politikern, sondern auch das eines gewissen IT-Konzerns, der zudem den geistigen und sozialen Horizont gewisser Managertypen auf Kuchendiagramme einzuengen vermochte.

  • Was die Bestseller-Listen angeht: Dann steigt doch aus der Zweit- und Drittverwertung aus, wie irgendeine Onleihe (HH?) aus den Zeitschriftenabos.

    Wir haben ja oft nicht mal die Wahl ob wir die Titel zu überteuerten Preisen kaufen wollen oder nicht - wir bekommen die Titel nicht für die Onleihe angeboten.

    Und nicht jeder nutzt die Onleihe weil er faul ist oder so, sondern viele auch weil sie die Vorteile der Schriftgrößen-Änderung gerne nutzen und der Großdruckmarkt quasi nicht existiert oder weil man schlecht zu Fuß ist und so trotzdem mit Literatur versorgt wird. Und auch diese Kunden will man als Bibliothek ein angemessenes Angebot zur Verfügung stellen und nicht nur die alten Titel von vor 10 Jahren.

    Wir wollen die Bücher ja nicht umsonst haben - wir kaufen die ja ein. Aber es gibt genug Menschen, die sich den Kauf von Büchern nicht leisten können und daher auf Bibliotheken angewiesen sind. Und wenn wir dann nicht alles kaufen können, dann ist das nun mal ein Problem - denn dann haben wir keine Auswahl oder stelle veraltete Ratgeber zur Verfügung die nicht auf dem neusten Stand der Rechtssprechung oder dergleichen sind. Das ist nicht sinnvoll. Bibliotheken sollten zumindest die Möglichkeit haben diese Titel kaufen zu können. Und meiner Meinung nach ist da definitiv die Politik am Zuge den Bibliotheken das entsprechend zu ermöglichen und sich Gedanken darüber zu machen wie das mit den Verwertungsgesllschaften etc. zu handhaben ist.

  • Danke Euch,


    das ist alles richtig, aber das geht an die Pfründe der eh übermäßig verwöhnten und da wissen wir doch, wie retardiert Politiker reagieren, wenn ihre Amigos Hunger leiden könnten oder mit Kultur- und Arbeitsplatzverlusten drohen. Da muss das Volk selbst ran. Die Musikindustrie hätte sich ohne Druck von unten auch nicht bewegt.


    Also: Bestseller boykottieren, Trivialliteratur meiden. Bildung hat nichts mit Volkes Geschmack zu tun, aber der Volksgeschmack extrem viel mit Manipulation und Gewohnheiten (und mangelnder Bildung). Mich regt auch die Anpassungsbereitschaft des ÖRR auf. Teilweise sind die schon auf dem Niveau der Privatsender. Wer "verseichten" will, soll doch dafür extra zahlen. Rauchen kostet auch...


    Ich sehe ja ein, dass nicht jeder Adorno lesen kann (hab ich auch nicht wirklich), aber Begrifflichkeiten wie "Kulturindustrie" sollten jeden wenigstens mal in die Wikipedia treiben - in seinen Detailbeschreibungen ist Adorno immer noch hochaktuell (im Gegensatz zum heute üblichen, letztlich gestrigen Alt-68er): "Aufklärung" als Massenbetrug...


    Dieses Gejammere über die Hörbücher ficht mich ebenso an: Es gibt so viel in den Hörspielspeichern und den Mediatheken für unsere Gebühren, also praktisch für lau, da stimmt man einfach mit den Füßen ab. Aber wenn man natürlich nicht medienkompetent ist, meckert man lieber mal darüber, abGEZockt zu werden (was gar nicht mehr aktuell ist, aber immer noch bequem) - freilich genau bei den Falschen. Typisch!


    Ich wollte lieber keine Bestseller in den Bibs, sondern mehr Präsenz wichtiger Informationen in Vielfalt, zum Unterfüttern und zur Korrektur eigener Gedanken bzw. wahrscheinlicher Manipulation. Man muss sich doch an dem Massenbetrug nicht beteiligen, sich quasi sogar mitschuldig machen, oder?


    Sorry, verschiebt es meinetwegen ins Café...

    Das Prinzip, Komplexität mit noch mehr Komplexität nur zum Schein wieder beherrschbar zu machen, ist nicht nur das Geschäft von Juristen und Politikern, sondern auch das eines gewissen IT-Konzerns, der zudem den geistigen und sozialen Horizont gewisser Managertypen auf Kuchendiagramme einzuengen vermochte.

  • Bestseller boykottieren, Trivialliteratur meiden

    Das kann sich keine Bibliothek leisten - unsere zumindest nicht. Bibliotheken sind freiwillige Leistungen und werden vorrangig an den Zahlen gemessen. Wenn ich also das was viele gerne lesen nicht mehr habe aber dafür jede Menge wissenschaftliche Literatur auf hohem Niveau, dann kommt keiner. Dann bekomme ich kein Geld mehr, was bedeutet, dass ich noch weniger kaufen kann oder gleich einer beschließt es ist nicht mehr rentabel und den Laden zu macht. Dann haben am Ende alle verloren - inkl. Buchhandel. Das Überleben als Bibliothek ist ein ganz schmaler Grat und das Bibliothekssterben ist definitv noch nicht vorbei.

    Natürlich sind Zahlen nicht alles was zählt - aber häufig das was das Überleben sichert.


    Ich wollte lieber keine Bestseller in den Bibs, sondern mehr Präsenz wichtiger Informationen in Vielfalt, zum Unterfüttern und zur Korrektur eigener Gedanken

    Das ist löblich, dann ist eine wissenschaftliche Bibliothek (in der Regel an den Universitäten angesiedelt) die Anlaufstelle deiner Wahl. Da wirst du diese Informationen vorrangig finden - aber nicht jeder will das und auf der anderen Seite macht es auch keinen Sinn Heimwerken, Garten, Kochen, Reisen und so in der Unibibliothek anzubieten. Eine Stadtbibliothek soll ein niederschwelliges Angebot für jeden sein - auch für die mit geringerer Lesekompetenz.


    Und das Dilemma mit dem Windowing oder Nicht-Anbieten von Titeln betrifft ja nicht nur die Bestseller, sondern auch ganz andere Buchbereiche. Im Bereich Kinderliteratur siehts bei der Onleihe grundsätzlich nicht so rosig aus, weil es da einige Verlage nicht gibt oder zu unmöglichen Konditionen....

  • Bibliotheken sind nicht dazu da, die Menschheit ausschließlich mit hochgeistiger Literatur zu versorgen. Auch das "Triviale" hat seine Daseinsberechtigung. Und wer sind wir, die Leser auszuschließen, die nicht Adorno oder Carl Friedrich von Weizsäcker lesen wollen oder können?

  • Da muss ich mich euch beiden leider anschließen. Bücher zu aktuellen Diskussionen/Themen zur Vertiefung und Information über Google und Facebookpostings hinaus bleiben stehen und verstauben. Ich finde das nur traurig, echt... :(


    Dafür weisen wir immer wieder drauf hin, dass bei uns Anschaffungsvorschläge gemacht werden können, und wenn ein "gescheites Buch" gewünscht wird, wirds in aller Regel auch angeschafft!

    Stadt- und Schulbücherei
    buecherei.gunzenhausen.de

  • Hier geht's zur Kampagne des Deutschen Bibliotheksverbands.

    Die Idee an sich finde ich sehr gut. Allerdings...

    Beispiel "Nullzeit" von Juli Zeh. Buch von 2012, jetzt gerade als E-Book erschienen.

    Konnte offensichtlich sofort in die Onleihe. Bei uns (Berlin): 10Ex, Vormerker 99. ImBestand seit 24.08.18,

    vorauss. verfügbar ab 21.04.19

    Also Warten (wenn man nicht zu den glücklichen Erstleihern gehört).

    Generell dürfte es bei Bestsellern so sein - auch wenn in der Onleihe befindlich: endlos lange Wartezeiten.

    Wenn es schon bei einem so "alten" Buch so gravierend ist - wie ist es dann erst bei "richtigen" Neuerscheinungen?

    Da ist es doch fast gleichgültig, ob ein E-Book erst verzögert in die Onleihe kommt.


    (Ich wage mir gar nicht auszumalen, wie es wäre, wenn der neue Sarrazin... nein, ich stelle es mir lieber nicht vor. Hat manchmal auch sein Gutes, wenn nicht jeder Schwachsinn sofort in die Onleihe kommt.)

  • Ein Buch mit Erscheinungsdatum in 2012 ist alles andere als neu, wenn es sechs Jahre später als eBook erscheint. Das ist schon die Drittverwertung, denn zwischendurch gab es ja auch noch eine Taschenbuchausgabe. Wir reden von enormen zeitlichen Verzögerungen bei Neuerscheinungen (die häufig parallel zur Druckausgabe auch als eBook erscheinen).


    Bei den meisten Verbünden ist es so, daß Medien mit langen Wartezeiten nachgekauft werden, diese Wartezeiten sich dadurch erheblich verkürzen. Nicht zu vergessen: die Verfügbarkeitsanzeige rechnet für jede Ausleihe die Maximalfrist plus die maximale Vorhaltedauer der Vormerkung. Werden die Medien vorzeitig zurückgegeben und die eine oder andere Vormerkung gar nicht abgeholt, ändern sich die Zuteilungstermine zugunsten der Vormerkenden.


    Und gleichgültig ist dabei keinesfalls, ob das eBook zum Erscheinungstermin oder ein halbes oder Dreivierteljahr später gekauft werden kann. Denn das verlängert die Wartedauer künstlich.


    Wir kaufen übrigens nicht jeden Schwachsinn.

  • Mit dem Beispiel will ich nur sagen: wenn schon ein so altes Buch in seiner Drittverwertung noch ein so großes Interesse (s. Vormerker) hervorruft, wie ist das dann erst dann bei einem aktuellen Bestseller, der idealerweise sofort nach Erscheinen in die Onleihe kommt? Ich glaube nämlich, dass es, abgesehen von den Glücklichen, die relativ zeitnah ausleihen können, dann zu potenzierten Wartezeiten für den Rest kommt. Und zwar in einem Maße, dass ein Jahr früher oder später in der Onleihe für den einzelnen Leser nahezu irrelevant wird, da die meisten das Buch erst auf den Reader kriegen, wenn es schon "etwas älter" ist.


    Die Unzufriedenen meckern sowieso, gleichgültig, ob sie ein vier Wochen oder zwei Jahre warten müssen.


    Ich fände es ja gut, wenn Neuerscheinungen genauso schnell als E-Book wie als gedrucktes Buch in die Bibliothek kämen und ich sehe natürlich, dass die Tatsache, dass es nicht so ist, die Wartezeiten künstlich verlängert. Mir als Leserin ist es nur relativ gleichgültig, wie lange ich warten muss. Wenn ich dringend etwas Bestimmtes lesen möchte, muss ich es sowieso kaufen, weil ich (Erfahrungswert seit langer Zeit) nie zu den Glücklichen gehöre, die ein Buch, für das reges Interesse besteht, "sofort" als Leihexemplar erwischen.

  • Verratet mir mal bitte eins zur Orientierung:


    Kauft eine Bibliothek ein gedrucktes Buch ganz normal und stellt es dann so lange zum Leihen ins Regal, wie dort Platz ist und/oder Nachfrage besteht und es nicht auseinanderfällt? Oder gibt es auch da spezielle Konditionen? (Mal abgesehen davon, dass Paperbacks besonders verstärkt und andere Bücher samt ihrer Umschläge zumindest mit Klarsichtfolie überzogen werden - wer immer das macht.)


    Oder anders: Ich schenke meiner Bib ein Buch - darf sie es dann ohne weiteres verleihen?

    Das Prinzip, Komplexität mit noch mehr Komplexität nur zum Schein wieder beherrschbar zu machen, ist nicht nur das Geschäft von Juristen und Politikern, sondern auch das eines gewissen IT-Konzerns, der zudem den geistigen und sozialen Horizont gewisser Managertypen auf Kuchendiagramme einzuengen vermochte.

  • Natürlich dürfen wir das :) Wann ein Buch ausgesondert wird, entscheidet sich nach Zustand (ggf. wirds nachgekauft, soferns nicht repariert werden kann), Aktualität (wenns ne Neuauflage gibt, die den Namen verdient, wirds ggf. nachgekauft), Nachfrage (Ladenhüter kommen raus), Alter (nach ca. zehn Jahren haben die Bücher meist ihr Geld verdient) und zuweilen auch nach Platz, wenns gar nicht anders mehr geht.


    Bei uns zumindest ist es so, dass wir an unsere räumlichen Grenzen gestoßen sind, heißt: wenn ich zehn Bücher kaufe, muss ich auch zehn Bücher makulieren. Vorteil ist natürlich, dass der Bestand aktuell und in Bewegung bleibt.

    Stadt- und Schulbücherei
    buecherei.gunzenhausen.de

  • Natürlich dürfen wir das :) Wann ein Buch ausgesondert wird, entscheidet sich nach Zustand (ggf. wirds nachgekauft, soferns nicht repariert werden kann), Aktualität (wenns ne Neuauflage gibt, die den Namen verdient, wirds ggf. nachgekauft), Nachfrage (Ladenhüter kommen raus), Alter (nach ca. zehn Jahren haben die Bücher meist ihr Geld verdient) und zuweilen auch nach Platz, wenns gar nicht anders mehr geht.


    Bei uns zumindest ist es so, dass wir an unsere räumlichen Grenzen gestoßen sind, heißt: wenn ich zehn Bücher kaufe, muss ich auch zehn Bücher makulieren. Vorteil ist natürlich, dass der Bestand aktuell und in Bewegung bleibt.

    So ähnlich ist das bei uns ebenfalls. Wir nehmen aktuelle Buchspenden sehr gern an und stellen sie der Allgemeinheit zur Verfügung. Also katalogisieren es und binden es ein, es wird selbstverständlich bei der Katalogaufnahme vermerkt, dass es als Spende zu uns kam.


    Schwierig sind manchmal die Spender, die ein Buch, dass sie noch foliert seit 2010 im Regal haben als aktuelle und neue Literatur ansehen und nicht einsehen wollen, dass wir diesem Exemplar keinen Platz anbieten können.


    Zum Bestand kann man sagen, die Leute die früher 20 unterschiedlichste Bücher ausgeliehen haben, werden immer weniger und die, die sich beschweren, dass wir den neuen Klüpfel/Kobr, King, Schätzing usw..... nicht 5 mal da haben, damit sie den gefälligst gleich entleihen können, werden leider mehr.


    :( 

  • Ich zitiere von der oben schon einmal verlinkten Seite des Deutschen Bibliotheksverbands:


    Zitat

    Im Urheberrecht ist geregelt, dass alle Werke, die mit Zustimmung des Rechteinhabers im Gebiet der EU auf den Markt gekommen sind, ohne Zustimmung des Urhebers erworben werden können. Das Recht des Urhebers, selbst darüber zu entscheiden, ob sein Werk überhaupt in die Öffentlichkeit gelangt, ist damit also erschöpft und man spricht vom Erschöpfungsgrundsatz. Jede Bibliothek hat daher das Recht, nach eigener Entscheidung jeden Titel zum gebundenen Ladenpreis zu erwerben und zum Verleih anzubieten.

    Das gilt selbstverständlich auch für geschenkte physische Medien (also nicht nur Bücher, sondern z.B. auch DVDs, CDs, Spiele etc.


    Weitere Informationen findest du beim dbv.

  • Danke nochmals,


    hab ich das also halbwegs richtig mitbekommen bzw. in Erinnerung. Die Sonderbehandlung von eMedien, obwohl prinzipiell des selben Inhaltes, ist demnach ein juristischer Winkelzug und, vor allem, eine (intentionale?) politische Schlamperei.


    Daran sieht man nun wieder, wen und was die Politiker wirklich im Auge haben, wenn sie von den großen Herausforderungen der Digitalisierung sprechen... Außerdem widerspricht ja wohl die Deckelung des ÖRR ebenfalls dem Artikel 5 (ehemals zunehmend frei zugängliche Archive wurden gezwungenermaßen wieder weitestgehend unzugänglich gemacht, durch enge Zeitfenster und kostenintensive "Prüfung" von Ausnahmen). Dabei handelte und handelt es sich da um Quellen, deren Erstellung von den potentiellen Nutzern bezahlt wurde (per Gebühren) und nicht von der Medienwirtschaft. (Lizenzierte Inhalte werden in den Mediatheken aus den Eigenproduktionen eh ausgeblendet.)


    Insofern erwarte ich auch hier (eMedien) von der Politik nichts Gutes.


    Trotzdem: Warum liegen in den Bibliotheken keine Unterschriftenlisten zur Übergabe an die ja bekannten Abgeordneten aus? Werde ich bei uns nachfragen...


    So etwas sollte allerdings in einem Musterschreiben nicht vorkommen: "... um mich aktuell informieren und mir meine Meinung bilden kann."


    Außerdem kritisiere ich die völlig gedankenlose und kontraindizierte Verwendung des docx-Formates. Man kann nicht auf der einen Seite unternehmerische Gutsherrenart und soziale Rechteeinschränkung bekämpfen wollen und beides dann andererseits mit einem solchen Fauxpas wieder fördern. Docx behindert die freie Information und kann zudem wegen nicht offengelegter Metainformationen nicht datenschutzkonform sein. Wer mag das wohl dann auch noch abgenickt haben (_endg)?

    Das Prinzip, Komplexität mit noch mehr Komplexität nur zum Schein wieder beherrschbar zu machen, ist nicht nur das Geschäft von Juristen und Politikern, sondern auch das eines gewissen IT-Konzerns, der zudem den geistigen und sozialen Horizont gewisser Managertypen auf Kuchendiagramme einzuengen vermochte.