Wie zufrieden seid Ihr mit dem Angebot Eurer Onleihe ?

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  • Klassismus ist ein Problem in Deutschland. Und wenn Büchereien durch niedrigschwellige Angebote da einige Leute auffangen können, dann gibt's von mir ein Halleluja. Und ich habe nicht mal den angenehmen Nebeneffekt erwähnt, daß Lesen auch Orthographie lehrt.


    Ich würde sagen, hier kommt es auf die richtige Mischung an.


    Ich persönlich erwarte mir von einer Onleihe hauptsächlich aktuelle Unterhaltungsliteratur.

    Man muss ja auch bedenken, dass es Onleihen erst seit ein paar Jahren gibt. Deswegen kann man nicht verlangen, dass da gleich die letzten 100 Jahre Literaturgeschichte aufgeholt werden.


    Ein gewisser Grundbestand an Klassikern wäre aber dennoch sinnvoll. Gerade unter dem Blickwinkel, dass es sich um ein niedrigschwelliges Angebot handelt. Vielleicht können zumindest ein paar Leute, die sich ursprünglich wegen der "Ponyhof"-Bücher dort angemeldet haben, dazu animiert werden, auch mal was anderes auszuprobieren.

    Oder ein paar Schüler, die überhaupt nur deswegen die Onleihe aufgesucht haben, um sich ein Buch zu holen, das sie lesen müssen, kommen drauf, dass es dort auch Interessanteres zu entdecken gäbe.

    Vielleicht könnte man ja einen Bildungsminister dazu überreden, den Bibliotheken zu diesem Zweck eine Sonderförderung zukommen zu lassen.

    Einmal editiert, zuletzt von Karin1910 ()

  • Den behebst Du aber nicht, in dem Du den ärmeren Schichten den Zugang zu qualitativeren Produkten unter dem Vorwand enthältst, dass dies eine "zu hohe Schwelle"für sie wäre.

    Verstehst Du nicht, was ich meine, oder verdrehst Du es absichtlich? Oh, und meinst Du vielleicht "qualitativ hochwertig"? Ein Absolutadjektiv sollte man genauso erkennen wie den Unterschied zwischen aktiven und passiven Verben (enthalten / vorenthalten).

    Lesen muß Spaß machen. Es soll keine lästige Pflicht sein, durch die man sich quält, weil man mit den sogenannten Bildungsbürgern mithalten will oder eine gute Note braucht. Wer liest, liest über kurz oder lang mehr. Und je mehr es wird, desto eher schaut man über den Tellerrand. In der Onleihe gibt es durchaus gute Bücher, auch gemeinfreie Klassiker. Alles andere findet sich in der Offleihe oder, wie gesagt, auf Flohmärkten.


    Allein die Unterscheidung zwischen "hoch-" und niedrig-wertig ist bereits Schwachsinn. Woran erkennt man denn "hochwertig"? An Sätzen, die eine dreiviertel Seite umfassen? Oder daran, daß selbstgerechte Kritiker wie Reich-Ranicki ein Lob aussprechen, für das sie bestochen wurden?

    Ein großes Hindernisse für die soziale Mobilität ist meines Erachtens, dass Leuten – vor allem Kindern – aus schwierigen Verhältnissen nichts zugetraut wird. Das ist bedeutend demotivierender als sich mit anspruchsvolleren Texten mal ein Weilchen rumplagen zu müssen dürfen.

    Definiere "anspruchsvoll" und definiere es nicht über "hat einen Preis bekommen" oder "wurde in der Kritik hochgelobt".


    Anspruchsvoll ist alles, was den gegenwärtigen Horizont herausfordert. Das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und jedem Menschen sollte sein/ihr eigenes Tempo zugestanden werden. Ich habe manches Menschenkind zum Lesen bekommen, indem ich Bücher (zB Philip Pullman) verliehen habe. Preise haben die keine abgeräumt, aber die Jugendlichen kamen nachher und haben die Inhalte diskutiert.

    Ein gewisser Grundbestand an Klassikern wäre aber dennoch sinnvoll.

    Kein Widerspruch. Aber das dürfen durchaus gemeinfreie sein. Die Offleihe hat die Bücher zu einem anständigen Preis erworben (Bibliotheksprivileg). Solange da keine Waffengleichheit geschaffen ist, fällt die Beliebtheit eines Angebots wie der Onleihe mit der Menge und der Vielfalt der verfügbaren Medien.

    Vielleicht könnte man ja einen Bildungsminister dazu überreden, den Bibliotheken zu diesem Zweck eine Sonderförderung zukommen zu lassen.

    Die Ausweitung des Bibliotheksprivilegs und die Anpassung der Mehrwertsteuer wären völlig ausreichend. Dann kann die Onleihe auch gut und gerne die sogenannte "Hochliteratur" anschaffen, ohne gleich auf Dutzende anderer Bücher verzichten zu müssen.


    Mal eine Frage an die BibliothekarInnen hier: Ihr habt doch Preisgewinner sicher in der Offleihe. Habt ihr den Eindruck, daß diese Bücher weniger/gleich oft/öfter ausgeliehen werden als andere (ohne Not, also nicht durch Schüler)? Und wie entwickelt sich der Zustand der Bücher über die Zeit - habt ihr den Eindruck, daß sie vollständig gelesen werden?

  • [...] Ich lese sie, aber ich habe die besseren auch als aBook. Man bekommt sie oft günstig als Hardcover auf dem Flohmarkt, weil viele Neureiche Mitte des 20ten Jh sie im Regal hatten und sie jetzt in die Haushaltsauflösungen kommen. Ein bißchen angestaubt, aber die Bindung ist noch unbewegt. [...]

    Man muss nicht mal auf den Flohmarkt gehen. Ich habe neulich eine größere Menge Papier weggebracht, und was entdeckte ich im Müllberg auf dem Recyclinghof? Kistenweise Klassiker. Habe mir einen groben Überblick verschafft und nehme an, es war die Bibliothek eines Literaturprofessors.

    Passt zu dem, was ich jetzt schon öfter von Freunden gehört habe: Die Erben dieser Literatursammler und -horter wissen nicht, was mit den Büchern tun, wenn der Besitzer oder die Besitzerin gestorben ist.

    Das sind eben nicht ein oder zwei Regale, sondern ganze Zimmer - Altbauten bis unter die Decke gepflastert mit "hoher" Literatur.

    Büchereien und Bibliotheken (zumindest die in Berlin, von denen ich es bestimmt weiß) wollen diese Unmengen an Büchern nicht haben (die platzen sowieso aus allen Nähten). Und die Erben (hohes bis höchstes Bildungsniveau) dekorieren anders oder haben selbst schon genug Literatur. Da wandert alles eben in den Altpapiercontainer.

  • Definiere "anspruchsvoll" und definiere es nicht über "hat einen Preis bekommen" oder "wurde in der Kritik hochgelobt".


    Anspruchsvoll ist alles, was den gegenwärtigen Horizont herausfordert. Das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und jedem Menschen sollte sein/ihr eigenes Tempo zugestanden werden. Ich habe manches Menschenkind zum Lesen bekommen, indem ich Bücher (zB Philip Pullman) verliehen habe. Preise haben die keine abgeräumt, aber die Jugendlichen kamen nachher und haben die Inhalte diskutiert.

    Oh, eine Textaufgabe ("Definiere 'anspruchsvoll' ...") – und gleich mit der korrekten Lösung ("Anspruchsvoll ist alles, was ...").


    Nette Definition. Sicher eine, über die man diskutieren kann. Bestimmt nicht die einzig mögliche. Und sie hat den kleinen Nachteil, dass sie überhaupt nicht hilfreich ist, Literatur zu beurteilen und einzuschätzen, da abhängig vom "Horizont" eines Lesers das selbe Buch sowohl anspruchsvoll sein kann (wenn es ihn herausfordert) als auch anspruchslos (wenn es das nicht tut). Das hat einen Hauch hegelianischer Dialektik. Eines Klassenkämpfers durchaus würdig. Einem Kritiker würden sich wahrscheinlich die Haare sträuben, weil dann sowohl ein Lob als auch der Verriss eines Werkes unangemessen wären.


    Ich denke mal, ganz traditionell und vermutlich bildungsbürgerlich, dass mit "anspruchsvoll" – Annanymous' Definition zum Trotz – meist eine vom Leser unabhängige, in unterschiedlichem Grade vorhandene Eigenschaft eines Werkes gemeint ist. Und dass es keine scharfe Grenze zwischen "anspruchsvoller" Hoch- und "anspruchsloser" Trivialliteratur gibt. Aber innerhalb jeder dieser beiden ineinanderfließenden Kategorien möglicherweise gewisse Familienähnlichkeiten in unterschiedlichen Ausprägungen, die es meist erlauben, ein Werk eher der einen oder der anderen Kategorie zuzuordnen.


    Welche Eigenschaften könnten eine Rolle spielen? In einem Spiegel-Interview kritisiert der von Annanymous erwähnte Philip Pullman (der schon mehrere Preise abräumte!) bspw. Tolkiens "Herrn der Ringe" als von "erschütternder Trivialität". Er begründet das mit der "sehr simpel gestrickten" Geschichte, in der es nur die "Guten und die Bösen" gibt. Und der von Annanymous so heftig geschmähte Marcel Reich-Ranicki meint in einem Gespräch mit Peter von Matt, dass mit Trivialliteratur nichts anderes gemeint sei, als "sowohl ästhetisch als auch intellektuell wertlose Literatur mit klischeehaften Motiven, schematischen Gestalten und einer geschmacklosen Sprache, die sich meist stereotyper und zugleich prätentiöser Bilder bedient". (Finde ich jetzt auch nicht völlig eindeutig und unproblematisch)


    Ich wills mal in erster Annäherung so formulieren: Trivialliteratur versucht Lesererwartungen zu bedienen, weshalb überkommene Weltbilder und Moralvorstellungen wenig hinterfragt werden, die Charaktereigenschaften handelnder Personen meist auf gut und böse reduziert werden, so dass innere Kämpfe und Zweifel, sowie eine Persönlichkeitsentwicklung ausbleiben. Es gibt keine formalen Neuerungen oder Sprachexperimente, der Leser soll befriedigt und nicht beunruhigt werden. Im Gegensatz dazu hinterfragt Hochliteratur, zeichnet Charaktere komplexer Persönlichkeit, spielt mit Sprache und Form, beunruhigt und drängt den Leser zu einer inneren Stellungnahme.


    Sicherlich lassen sich viele weitere Kriterien finden. Und sicherlich wird es kein Werk geben, das alle Kriterien der einen oder der anderen Kategorie erfüllt. Und sicherlich existiert auch eine sehr weite Grauzone zwischen beiden Kategorien. Und möglicherweise existiert genau genommen nur die Grauzone und keine Kategorie. Aber wir können die Qualität von Literatur beurteilen. Genau wie die Qualität von Werken der bildenden Kunst, der Architektur oder die Qualität von Lebensmitteln.


    Es gibt einfach bessere und schlechtere Literatur. Und ich finde, eine öffentliche Bücherei sollte schon auf die Qualität ihrer Anschaffungen achten und einen gewissen Bildungsauftrag nicht ganz aus den Augen verlieren. Das heißt natürlich nicht, dass kein Stephen King (:thumbup:), Philipp Pullman oder Tolkien mehr bereitgestellt werden sollte. Nur, dass auch die bedeutendsten Werke der sog. Hochliteratur genauso ihren Platz haben müssen.


    PS: Und Annanymous schätze ich selber als Bildungsbürger ein und wenn er sich noch so anbiedert.


    PPS: In meiner Onleihe werden 15 Bücher von Tolkien vorgehalten. Alle verfügbar – keins vorgemerkt oder so. Daraus schließe ich auf mangelnde Nachfrage. Hoffentlich fliegen die jetzt nicht raus um das Angebot überschaubar zu halten. (Obwohl ich Tolkien stinklangweilig finde, gehört er m.E. dennoch in die Onleihe – schon wg. Relevanz!)

  • Um noch mal kurz auf das Thema niedrigschwellige Angebote zurückzukommen: das sind für mich einfach Andebote, die es den Betroffenen leicht machen sie anzunehmen. Daran kann ich nichts Arrogantes entdecken. Und jemand zu zwingen sich mit 'Literatur' auseinanderzusetzen, führt in sehr vielen Fällen dazu, dass er/sie gar kein Buch mehr freiwillig in die Hand nimmt. Also gerade nicht das, was man damit erreichen möchte.


    Überhaupt ist für mich die Frage: wer sol bestimmen was anspruchsvolle Literatur ist? Da gehen die Meinungen doch sehr auseinander und nicht jeder schreit gleich laut. Etwas vorschreiben lassen möchte ich mir dabei auf gar keinem Fall, auch nicht implizit (man sollte sich doch bilden).

    Ein Genre pauschal zu verdammen finde ich auch nicht richtig, da gibt es immer eine große Bandbreite. So hat z.B. mancher Nobelpreisgewinner auch im vielgeschmäten Bereich SciFi/Fantasy geschrieben z.B. Doris Lessing und Kazuo Ishiguro. Die habe ich übrigens für mich in der Bücherei entdeckt.


    Ausserdem sollte jeder doch selbst bestimmen können was er lesen möchte. Ich halte es eher für eine Aufgabe der Büchereien eine möglichst große Bandbreite bereitzuhalten, damit jeder die Möglichkeit hat auch mal die gewöhnte Pfade zu verlassen ohne gleich eine Menge Geld auszugeben.

  • ich war begeistert vom Angebot an überregionalen Zeitungen. Seit Wochen geht das Ausleihen als PDF nicht mehr. Das Lesen über die Adobe digital Editions ist eine Katastrophe. Über diese App kann man Bücher lesen, aber keine Zeitungen oder Zeitschriften. Wird das lesen über PDF in Zukunft gar nicht mehr angeboten oder hat die onleihe tatsächlich seit Wochen ein (wieso??) nicht zu lösendes Problem?

  • Elwood Blues Du bist hier im falschen Thread; hier wird über das Angeboot an Bücher diskutiert und nicht über die technische Probleme beim PDF-Format. Bitte poste im passenden Thread.

  • Ich bin mit der Onleihe München grundsätzlich zufrieden und schätze das grosse Angebot an Magazinen und Zeitschriften. Dass seit kurzem der Playboy zur Verfäügung gestellt wird, hat mich allerdings doch etwas irritiert. Die Männerwelt hat da sicher ihre grosse Freude daran, aber muss man öffentliche Gelder für solche Titel verschwenden?

  • ThomasK es ging nicht um "nix anspruchsvolles" sondern darum, keine Ladenhüter zu kaufen. Das Ergebnis ist unterm Strich vermutlich ziemlich dasselbe, der Ansatz dennoch ein komplett anderer. Wenn ein "alter Schinken" erneut gewünscht wird, wird IRL auch durchaus mal ein Uralt-Exemplar durch eine Neuauflage ersetzt. Der Kundenwunsch zählt - sogar die anspruchsvollen!


    In der "echten" Bibliothek gibts das Problem besonders im Sachbuchbereich. Wir wollen natürlich ein breites Spektrum abdecken und alles zur umfassenden Grund- und Meinungsbildung bereithalten. Aber wenn dann doch alles nur rumsteht, verstaubt und Platz wegnimmt (und Steuergelder kostet), wird stattdessen lieber der Kochbuch- und Sport-DVDs-Bereich ausgebaut...


    (Natürlich nicht _nur_ Kochbücher - der Schwerpunkt verlagert sich halt etwas.)

    Stadt- und Schulbücherei
    buecherei.gunzenhausen.de

  • Oh, eine Textaufgabe ("Definiere 'anspruchsvoll' ...") – und gleich mit der korrekten Lösung ("Anspruchsvoll ist alles, was ...").

    Nicht mit der "korrekten", sondern mit meiner. Es wäre einer zivilisierten Diskussion abträglich, Dich die These liefern zu lassen ohne meine Antithese zu liefern und damit die Grenzen abzustecken.

    Das hat einen Hauch hegelianischer Dialektik.

    In der Tat. Fährt man in der Regel gut mit.

    Eines Klassenkämpfers durchaus würdig.

    Du verwechselst Klassismus mit Klassenkampf. Über letzteres habe ich kein Wort verloren.

    Ich wills mal in erster Annäherung so formulieren: Trivialliteratur versucht Lesererwartungen zu bedienen, weshalb überkommene Weltbilder und Moralvorstellungen wenig hinterfragt werden, die Charaktereigenschaften handelnder Personen meist auf gut und böse reduziert werden, so dass innere Kämpfe und Zweifel, sowie eine Persönlichkeitsentwicklung ausbleiben. Es gibt keine formalen Neuerungen oder Sprachexperimente, der Leser soll befriedigt und nicht beunruhigt werden. Im Gegensatz dazu hinterfragt Hochliteratur, zeichnet Charaktere komplexer Persönlichkeit, spielt mit Sprache und Form, beunruhigt und drängt den Leser zu einer inneren Stellungnahme.

    In dem Fall ist Der Untertan "Trivialliteratur" und (fast) alles von Pratchett "Hochliteratur". Kerrelyn Sparks fiele vermutlich grade in die Mitte.

    Es gibt einfach bessere und schlechtere Literatur

    Das ist ein Postulat, das eine beurteilende Instanz voraussetzt - und damit die Figur des "Kritikers".

    Und Annanymous schätze ich selber als Bildungsbürger ein und wenn er sich noch so anbiedert.

    Ich biedere mich bei niemandem an. Der Begriff "Bildungsbürger" ist übrigens nur bei einem klassistischen Ansatz sinnvoll. Und ich bin weiblich.

    Ausserdem sollte jeder doch selbst bestimmen können was er lesen möchte. Ich halte es eher für eine Aufgabe der Büchereien eine möglichst große Bandbreite bereitzuhalten, damit jeder die Möglichkeit hat auch mal die gewöhnte Pfade zu verlassen ohne gleich eine Menge Geld auszugeben.

    Danke :) Da mache ich so viel Geschwätz und Du packst es in zwei Sätze :*

    Viele Klassiker werden auch zu guten Lizenzbedingungen für kleines Geld angeboten....

    Dann immer rein damit. Aber wenn man einen, wie ssb_gun es ausdrückt, "Ladenhüter" mit Nobelpreis-Sticker nur mit K-Lizenz bekommt, ist das ein schlechtes Geschäft.

  • Ich will euch mal zeigen, was für ein Schrott*) z.T. in meiner Onleihe steht – echt unterirdisch:




    Quelle: Pokemon GO - Das Witzebuch aus dem "Verlag" Books on Demand GmbH.


    Leute seid kreativ! Und verkauft eure Bastelarbeiten an die Onleihe.


    *) Ja ich weiß, auch "das ist ein Postulat, das eine beurteilende Instanz voraussetzt - und damit die Figur des 'Kritikers'".

  • Ist vielleicht nicht dein Genre und du magst es als sinnlosen Mist beurteilen, aber keiner zwingt dich, das zu lesen. Dieses Buch ist wohl eher für Kinder gedacht, und dass die einfach anders gestrickt sind und der Autor/die Autoren sich auf das konzentrieren, was bei Kindern gerade aktuell ist, muss nicht jedem Erwachsenen gefallen.

    Mag in deinen Augen jetzt vielleicht Müll sein, aber wenn man Kinder über so etwas später mal an "richtige" Literatur bekommt, dann finde ich es legitim.

  • ThomasK Na und; das gefällt dir nicht (mir auch nicht; ist wohl eher was für die Jüngeren). Du kannst auch gerne online bei deiner Onleihe eine Bewertung dazu abgeben. Oder hier im Forum unter Rezensionen das Buch verreißen. Es könnte hier wohl jeder bei seiner/ihrer Onleihe mehrere Bücher finden, die man für Schrott/unmöglich/stinklangweilig/geschmacklos o.ä. hält. Aber wenn anderen die dann wieder gut finden, was ist daran so schlimm? Keiner zwingt hier jemanden dazu irgend etwas zu lesen, wenn man es nicht mag. Wir sind hier ja nicht in der Schule, wo der Lehrplan eingehalten werden muß.

    Und wenn ein Buch kaum einer oder keiner ausleiht, werden solche Bücher sicher auch nicht nachgekauft, genau so wie bei den Büchern von Nobelpreisträger. Ausserdem was könnten die arme Bibliothekare dann noch kaufen, wenn sie es nicht dürften, sobald es einem Bibliotheksnutzer nicht gefällt? Bei den Klassikern würden sicher auch einige Leute NEIN! rufen.


    Ich finde hier ist einfach etwas Toleranz angesagt. Und bedenke: wenn andere Leute die Bücher lesen, die du nicht magst, gibt es bei deine Favoriten nicht so eine lange Vormerkliste.:)

  • Ich finde hier ist einfach etwas Toleranz angesagt.

    Leute, früher konntet ihr nur eure engeren Freunde mit euren selbstgebastelten Fotobüchern, Bier- und Abi-Zeitungen beglücken – heute könnt ihr diese Kunstwerke auch an die öffentlichen Bibliotheken für 3,95 € verkaufen!


    Es geht ganz einfach!


    Anleitung:


    - Sich auf der Self-Publishing-Plattform Books on Demand registrieren,

    - Seine Bastelarbeit hochladen,

    - Eine tolerante Bibliothekarin finden, die einem das für 3,95 Euro abkauft.

  • Eine gesetzliche Regelung wäre sicher angebracht, auch der Gesetzgeber müsste doch ein Interesse an einem funktionierendem Bibliothekswesen haben.

    Aber ich fürchte, auch wenn es primär deutschsprachige Bücher umfassen sollte, wäre für digitale Inhalte eine internationale, sprich zumindest EU-weite Regelung nötig.

    Die Regelungen für gedruckte Bücher betreffen auch nur Deutschland bzw. deutsche Verlage (Buchpreisbindung, Bibliothekrabatte). Das müsste man einfach eins zu eins auf eBooks übertragen.

    Mal eine Frage an die BibliothekarInnen hier: Ihr habt doch Preisgewinner sicher in der Offleihe. Habt ihr den Eindruck, daß diese Bücher weniger/gleich oft/öfter ausgeliehen werden als andere (ohne Not, also nicht durch Schüler)? Und wie entwickelt sich der Zustand der Bücher über die Zeit - habt ihr den Eindruck, daß sie vollständig gelesen werden?

    Dazu eine nette Anekdote: Als Alice Munro den Literaturnobelpreis bekommen hat, hat mein Kollege von der Belletristik-Abteilung ihr Buch absichtlich nicht gekauft. Warum? Nun, es hat nicht mal eine Woche gedauert, bis wir die ersten Exemplare geschenkt bekamen. Innerhalb von ein paar Monaten waren es sogar so viele, dass wir damit ein ganzes Regal hätten füllen können. Die Leute haben sich alle das Buch gekauft, einmal reingeblättert und dann gemerkt, dass das doch nichts für sie ist und es dann der Bibliothek geschenkt. Die Exemplare sahen alle nagelneu aus!


    Generell werden Preisträger aber nicht öfter nachgefragt als andere Bücher. Früher haben wir z.B. alle Nominierten des Deutschen Jugendliteraturpreises gekauft und auch im OPAC extra auffindbar gemacht, in einem eigenen Regal präsentiert etc. Das waren aber größtenteils Ladenhüter. Jetzt kaufen wir nur noch die, bei denen wir uns ein Interesse vorstellen können (man kennt ja im Laufe der Zeit seine Zielgruppe). Soweit ich weiß, kommt es dann ganz selten vor, dass sich jemand noch ein anderes der Bücher wünscht (das wird dann auch noch gekauft).

    Ich bin mit der Onleihe München grundsätzlich zufrieden und schätze das grosse Angebot an Magazinen und Zeitschriften. Dass seit kurzem der Playboy zur Verfäügung gestellt wird, hat mich allerdings doch etwas irritiert. Die Männerwelt hat da sicher ihre grosse Freude daran, aber muss man öffentliche Gelder für solche Titel verschwenden?

    Erst dachte ich, das wäre ein Scherz. Aber die Münchener haben tatsächlich den Onleihe-Playboy :D Am besten du fragst mal direkt dort nach, warum der angeschafft wurde.

  • Eine tolerante Bibliothekarin finden, die einem das für 3,95 Euro abkauft.

    Herzlichen Glückwunsch. Reich wird man damit aber trotzdem nicht ;)

    Ich kaufe für unsere Onleihe nur sehr selten BoD-Titel. Aber ich kann mir vorstellen, dass entweder die Nachfrage da war (und dass es beim Pokemon-Go-Beispiel einfach noch keine Alternativtitel gab) oder dass einfach übersehen wurde, dass das Buch keine gute Qualität hat (ja, auch einem Bibliothekar rutscht mal was durch).

  • Also mir wäre es neu, dass der komplette Bestand von BoD in der Onleihe erhältlich ist. Ich weiß nicht nach welchen Kriterien der Verlag die Bücher überhaupt für die Onleihe zur Verfügung stellt. Ich habe nur mal ein paar Stichproben gemacht mit den auf der Startseite beworbenen Bücher von BoD und dem Medienshop und ich hab keines gefunden, das ich hätte kaufen können.

  • oder dass einfach übersehen wurde, dass das Buch keine gute Qualität hat (ja, auch einem Bibliothekar rutscht mal was durch).

    Man hat ja auch selten die Möglichkeit ins Buch zu schauen, bevor man einen Titel kauft und dann muss man sich darauf verlassen, dass die Beschreibung ordentlich ist und/oder man eine Rezension findet. Ist aber nicht immer gegeben.

  • Die Exemplare sahen alle nagelneu aus!

    So etwas hatte ich erwartet. Danke :)

    Ich wünsche viel Spaß beim kreativen Basteln und vollen Erfolg beim anschließenden Unterbringen eurer Werke in der Onleihe!

    Das ging aber schnell in die Argumentationswüste: Argument der schiefen Ebene.


    Damit lieferst Du mir ein weiteres Indiz, daß der Zinnober um "Hochliteratur" im Grunde nur Klassismus und noch dazu inzestuös ist.